Seit Jahrzehnten zählt „Wohlbefinden“ zu den am häufigsten verwendeten, aber am wenigsten allgemein anerkannten Begriffen im Bereich der psychischen Gesundheit. Eine wegweisende Studie der Universität Adelaide und Be Well Co. hat nun zu einer Einigung beigetragen. Die zentrale Erkenntnis: Wohlbefinden bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Traurigkeit oder Krankheit; es ist eine spezifische Kombination aus unserem Befinden, unserer Leistungsfähigkeit und unseren sozialen Kontakten.
Internationale Experten aus allen möglichen Fachbereichen von Wirtschafts-wissenschaft bis zur Theologie waren sich bei sechs Einflussfaktoren einig:
-Sinn und Zweck – das Gefühl, dass das Leben wertvoll und zielgerichtet ist
-Lebenszufriedenheit – die allgemeine Bewertung des eigenen Lebens als positiv
-Selbstakzeptanz – eine positive und wertfreie Sicht auf sich selbst
-Verbundenheit – enge, fürsorgliche Beziehungen zu anderen
-Autonomie – das Gefühl, Entscheidungen treffen und sich selbst ausdrücken zu können
-Glück – häufig positive Stimmung und Heiterkeit.
Das Verständnis der Faktoren, die positives Wohlbefinden ausmachen, hilft Einzelpersonen und Organisationen, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich etwas bewirkt egal, ob Regierungsbehörden Räume für Begegnung und Austausch schaffen oder Lehrkräfte in der Schule Optimismus bei Kindern fördern – viele von uns tragen bereits unbewusst zum Wohlbefinden bei. Was man nicht erklären kann, kann man nicht aufbauen. Die allgemeingültige Taxonomie kann hier Abhilfe in Forschung, Politik und Praxis schaffen.
(Veröffentlicht in Nature 04/2026: https://www.nature.com/articles/s44220-026-00617-5)